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Einkauf 2026 - Geopolitischer Umbruch: 7 Hebel, um die neue Weltordnung zum Vorteil zu nutzen

Aktualisiert: vor 1 Tag


Eines ist sicher: Die 2000er kommen nicht zurück – und die „goldenen Jahre“ der nahezu grenzenlosen Globalisierung sind vorbei.


Was in den letzten Jahren bereits latent begonnen hat, prägt das Jahr 2026 umso stärker. Geopolitische Spannungen, der Einsatz von Zöllen als Druckmittel und Exportkontrollen für wichtige Rohstoffe bestimmen mittlerweile den Alltag

in vielen Einkaufs- und Supply‑Chain‑Organisationen.


Ein Schachbrett mit Springer und.weiß und umgefallenen Bauern in braun
Geopolitisches Schachbrett: Welcher Zug ist der nächste in Ihrem Einkauf ?

Wer trotzdem noch darauf hofft, dass „alles wieder wird wie früher“, unterschätzt die neue Realität: Geopolitischer Umbruch zeigt sich zunehmend in Form eines fragmentierten Welthandels, in dem politische Entscheidungen Lieferketten über Nacht verändern können


Dass das in den kommenden 5–10 Jahren noch stärker wird, prognostizieren die meisten Expertinnen und Experten.


Beispiel: US‑Zölle auf europäische und internationale Industriegüter erreichten 2025 in einzelnen Sektoren bis zu 50%, insbesondere bei Stahl und Aluminium, während ab 2026

das EU-CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) CO₂-Kosten auf Importe erhebt – doppelter Druck auf internationale Lieferketten.

Die Botschaft ist simpel: Für Einkaufs- und Supply‑Chain‑Verantwortliche ist Nicht‑Handeln inzwischen das größte Risiko – insbesondere bei produktions- und umsatzkritischen Teilen und Komponenten.



Geopolitischer Umbruch: Die neue Weltordnung und das Multi-Nodal Trade Patchwork


Statt eines wie bislang ziemlich einheitlichen Welthandelssystems entsteht eine neue Struktur – ob man sie „Multi-Nodal Trade Patchwork", „Geoökonomische Blöcke" oder „Fragmentierte Globalisierung" nennt, ist zweitrangig.


Das Resultat bleibt das gleiche: mehrere große Handelsknotenpunkte mit jeweils eigenen Regeln, Zöllen und politischen Prioritäten.


Die USA fokussieren sich auf wirtschaftliche Sicherheit und nationale Produktion, China priorisiert ebenfalls die Produktion kritischer Technologien und Bauteile im eigenen Land und die BRICS‑Staaten bauen alternative Strukturen auf.


Die EU versucht, regelbasierten Handel zu bewahren, während Schwellenländer wie Mexiko, Argentinien oder Marokko ihre Souveränität und Industrialisierung priorisieren.



Für Einkaufs- und Supply‑Chain‑Teams heißt das: Es gibt nicht mehr „den“ Weltmarkt – jede Region, teilweise sogar einzelne Länder innerhalb einer Region bringen eigene Risiken aber auch neue Chancen mit an den Verhandlungstisch.


Kumulativer Stress: Wenn Politik, Märkte und Zölle zusammenwirken


Die aktuelle Lage ist nicht das Resultat einer einzelnen Krise, sondern Ausdruck eines dauerhaften Strukturbruchs: Pandemie‑Folgen, geopolitische Konflikte, technologische Abhängigkeiten und eine zunehmend machtpolitisch genutzte Handels- und Zollpolitik greifen ineinander.

Das World Economic Forum spricht von einer Ära „struktureller Volatilität“ – Kurzfristige Störungen in Lieferketten sind damit kein Ausnahmefall mehr, sondern der

neue Normalzustand.


Beispiel: Kritische Rohstoffe – Exportkontrollen als geopolitische Waffe


Seit 2023/24 hat China Exportkontrollen für Gallium, Germanium, Graphit und verschiedene Seltene Erden verschärft – Materialien, die für Halbleiter, Elektronik, Verteidigungstechnik und Energiewende unverzichtbar sind.

Schon die Ankündigung solcher Maßnahmen führt zu Planungsunsicherheit, längeren Genehmigungsprozessen, Preissprüngen und der Suche nach alternativen Bezugsquellen.


Für europäische Wertschöpfungsketten wird dadurch deutlich: Politische Entscheidungen in Drittstaaten können schlagartig zum Engpassfaktor in der eigenen Supply Chain werden.



Büromeeting mit dem ganzen Team

Was bedeutet das alles für den Einkauf 2026 und welche Gegenmaßnahmen kann man ergreifen?

 

Produktionskritische Teile oder Rohstoffe aus geopolitisch sensiblen Regionen sind 2026

nicht länger ein rein operatives Risiko – sie sind ein direktes Bedrohungsszenario für Umsatz und Marge.


Der entscheidende Unterschied zu früher - die Geschwindigkeit der Eskalation hat sich extrem verändert: Zollsprünge können sich innerhalb weniger Stunden um 20–50% bewegen, Sanktionen treten kurzfristig in Kraft, Exportkontrollen werden ohne ausreichende Vorwarnung verhängt.

 

Das Kernproblem: Viele Unternehmen bauen ihre Lieferketten noch immer auf der Annahme auf, dass sich die geopolitische und regulatorische Umwelt relativ stabil verhält – oder nur langsam wandelt.


Das ist unter den aktuellen Bedingungen eine teure Illusion. Die kostspieligen Konsequenzen zeigen sich erst, wenn es zu spät ist: Produktionsstillstände, Kundenausfälle, Vertragsstrafen.

 


Wie Einkaufs & Supply Chain-Teams auf den geopolitischen Umbruch reagieren können:



3 - Konkrete Diagnose-Fragen:


  • Single-Source- und Single-Region: Bei welchen produktionskritischen Teilen oder Rohstoffen besteht eine Abhängigkeit von einer einzigen Quelle oder geografischen Region? (Beispiel: 100% taiwanesische Halbleiter, chinesische Seltene Erden)


  • Reaktionszeit unter Schock: Falls morgen ein Zoll von 40% verhängt oder ein Exportverbot erlassen wird – wie lange dauert die alternative Beschaffung und wie lange halten die Bestände bis die Produktion steht? Was ist die minimale Überbrückungszeit mit vorhandenen Beständen?


  • Investitions-Szenario-Analyse: Was kostet es alternative Quellen zu entwickeln und zu qualifizieren? Und was kostet dagegen eine Woche Produktionsstillstand ?

 


4 - Aktive Strategische Gegenmaßnahmen:


  • Geografische Multi-Source-Strategie – weg vom Single-Sourcing:

    Produktionskritische Teile und Rohstoffe aus geopolitisch sensiblen Regionen erfordern in vielen Fällen geografische Diversifizierung. Konkret: Identifikation aller Single-Source- und Single-Region-Abhängigkeiten, dazu parallele Marktrecherche und Qualifizierung von mindestens 2–3 alternativen geografischen Lieferanten.


  • Technische Substitution und materiale Flexibilität – Entkopplung durch Innovation

    Nicht nur geografisch, sondern auch technisch diversifizieren: Komponentendesigns mit Substitutions-Optionen, alternative Materialien oder Fertigungsprozesse, die denselben Zweck erfüllen ohne Produkt-Redesign.


  • Trade-Agreements und Regionalisierungs-Fenster nutzen:

    Neue Handelsabkommen (z.B. MERCOSUR) eröffnen bislang nicht relevante Sourcing-Gelegenheiten mit deutlich reduzierten Zöllen und neuen Supplier-Clustern.


  • Operative Resilienz-Maßnahmen – Sicherheitsbestände als Puffer:

    Parallel zur Diversifizierung den Safety-Stock intelligent dimensionieren (nicht zu viel = Holding Costs steigen, nicht zu wenig = Shortage Risk). Hier hilft eine Segmentierung nach Kritikalität und Beschaffungsrisiko, um bewusst zu entscheiden, wo Bestände als strategischer Puffer notwendig sind.



Rolle von Einkauf & Supply Chain in 2026


Die Logik eines weitgehend störungsfreien Welthandels ist 2026 passé– stattdessen prägen politische, regulatorische und technologische Brüche das Umfeld, in dem wir operieren.


Für Unternehmen heißt das: Entscheidend ist nicht mehr, ob es zu Störungen kommt, sondern wie gut man darauf vorbereitet ist und wie schnell man darauf reagiert.

Im Tacto‑Webinar vom 14. Januar 2026 haben wir die hier skizzierten Diagnosefragen und Gegenmaßnahmen mit Beispielen aus der Praxis vertieft.


Auf dem geopolitischen Schachbrett dürfen Einkauf & Supply Chain nicht mehr nur reagieren und Brände löschen. Jetzt geht es darum, Initiative zu ergreifen, noch cleverer zu agieren und nachhaltig zum Unternehmenserfolg beizutragen.

Genau dabei unterstützen wir Unternehmen im Mittelstand und PE‑Umfeld – von der schnellen Risiko‑Diagnose bis zur Umsetzung robuster Einkaufs‑ und Supply‑Chain‑Setups, die auch unter sich verändernden Rahmenbedingungen maximal erfolgreich sein wollen.


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